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Herzlich willkommen im Pfarrbereich Bitterfeld-Wolfen-Sandersdorf-Brehna

Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Liebe Leserinnen und Leser!

Von Gott kommt alles. Auf Gott geht alles zu. Mit Gott sind wir verwoben. Bei Gott laufen die Fäden zusammen. „Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ (Apg 17,27) Unter den Füßen ein sicheres Netz. Über uns der offene Himmel. So bewegen wir uns frei und getragen zugleich. Tänzelnd, fast leicht lässt uns Gott durchs Leben gehen. Wir als die freien und geliebten Kinder Gottes. „Gott ist nicht ferne von einem jeden von uns.“ Nicht von denen, die glauben, noch denen die zweifeln, und auch nicht von denen, die gar nichts von Gott wissen, so sagt es Paulus den Athenern; gleiches gilt für die Menschen in unserer Region, in der zwischen fünf und zehn Prozent Christen „leben, weben und sind“.

Kann sein, dass wir eine Minderheit sind, nahezu unbedeutend in der Wahrnehmung Vieler. Aber was hilft’s. Sollen wir deshalb ewig lamentieren? Besser ist’s doch, uns zu freuen, dass es noch Menschen gibt, die was von und mit Gott und Kirche wollen, Menschen, die es nicht lassen können, „von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg 4,20)

Wir leben, weben und sind in Gott, obgleich auch wir verstrickt sind in allerlei Angelegenheiten. Auch wir leben nicht auf einer Insel der Seligen, fernab aller Sorgen. Was das Gemeindeleben betrifft, steht immer noch ein Fragezeichen über unserer Region: Wohin entwickelt sie sich? Wie wachsen wir zusammen? Wie schaffen wir es, gemeinsam zu gestalten und uns genügend Luft zum Atmen zu lassen? Wie üben wir uns in Geduld und Nachsicht?

Ähnliches gilt für unseren Alltag: Wann und wie sieht die „neue Normalität“ post Corona aus? Wo stehen wir in einem Jahr? Welche bleibenden Schäden hinterlässt die Pandemie? Ich denke da an die Kinder in den Schulen, an die Jugendlichen, die lange Zeit kaum Freunde treffen konnten, an die Eltern im Homeoffice mit gleichzeitiger Kinderbetreuung, an diejenigen, die nicht wie gewohnt arbeiten gehen konnten, die Überlasteten und Unterforderten. Ich denke an Großeltern, die weder Kinder noch Enkel sahen, an die Bewohner von Pflegeheimen, die nicht besucht wurden, und an jene, die einsam starben.

„Gott ist nicht ferne von einem jeden von uns.“ Es ist mehr als ein schnell daher gesagtes Trostwort. Wenn ich das wirklich glaube, macht es mich innerlich stark. Die Nähe Gottes wird zum tragfähigen Anker, worin mein Lebensnetz hängt, das Netz ist gespannt über der Welt. Zwischen Himmel und Erde bewege ich mich.

titel 06 21Wenn ich das Titelbild weiter betrachte, strahlen mich neben dem Getragenwerden auch Liebe, Wärme und Herzlichkeit an, ebenso Leichtigkeit und Spiel. Sommer, Urlaub, Unbeschwertheit sind weitere Assoziationen. Vieles lässt sich auch mit dem Leben in unseren Gemeinden verbinden. Träumen wir nicht alle davon, uns wieder unbekümmert zu treffen, miteinander zu singen, zu lachen, uns von Angesicht zu Angesicht zu begegnen?

„Gott ist nicht ferne von einem jeden von uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ In Gott weben wir unsere Ängste hinein, unsere Träume gleichermaßen. Bei ihm hat alles seinen Platz. Er hält uns. Fallen wir, so fängt er uns auf. Das gibt Hoffnung – trotz allem. Getragen von Gott, verwoben mit ihm.

Herzlich, Ihr Pfarrer Martin Kabitzsch – zusammen mit Pfarrerin Anna Mittermayer im RegioTeam