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Stadt- und Klosterkirche Brehna

Die Stadt- und Klosterkirche „St. Jacobus und St. Clemens“ Brehna, ist das älteste Gebäude in der Stadt und blickt auf ein fast 1.000 - jähriges Bestehen zurück. Heute noch vorhanden sind von West nach Ost: der Turm, die Pfarrkirche daran angrenzend und die versetzte Klosterkirche.

Der Kirchturm wurde aus Buntsandstein, der aus Bernburg oder dem Unstrutgebiet stammt und Aufsetzern aus handgespaltenem Porphyr der Quetzer Berge errichtet. Die Porphyrwände sind ungewöhnlich breit angelegt. Das Erdgeschoß des Kirchturms hat eine Wandstärke von 2 m. Das Turmerdgeschoß ist von der Kirche durch eine Tür erreichbar, die auf jeder Seite 3 klobige Türangeln aufweist, die auf eisenbeschlagene Bohlentüren schließen lassen. Die Mauerlöcher, in denen der „Sperrbaum“ hin- und hergeschoben wurde, sind noch zu sehen. Dies ist die älteste Beschlussart der Ausfall- und Rückzugspforten von Burgen und Wehrtürmen. Für einen Wehrturm spricht auch, dass die nur 30 cm breiten Lichtluken des Turmes unterhalb der üblichen Sturmleiterhöhe angebracht sind. Somit könnte der Turm einst Wachturm oder Schutzburg in Fehde- und Kriegszeiten gewesen sein.

Heute beherbergt das Turmerdgeschoß den „Raum der Stille“ der Autobahnkirche, die am 10. Mai 2003 eingeweiht wurde. Der Bildhauer Michael Weihe schuf 2004 ein Kruzifix, das dem ehemals vorhandenen romanischen sehr nahe kommt.

Neben dem schlichten Altar steht die romanische Taufe aus Kalkstein, deren Entstehung um 1200 datiert. Sie wurde, nachdem sie einen Riss bekam und die Taufzeremonie nicht mehr das Untertauchen vorsah, nicht mehr verwendet.

In der Pfarrkirche befindet sich die hölzerne Kanzel, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. Sie wurde in einer Nische des am Nordschiff angefügten Strebepfeilers angebracht. Am Kanzelkorb sieht man die Bilder der 4 Evangelisten: Matthäus, Marcus, Lucas, Johannes und des Apostel Paulus.

Der anschließende Triumphbogen trägt ein gotisches, um 1500 gefertigtes, Triumphkreuz.

Gegenüber der Kanzel befindet sich die schlichte „Bürgermeisterloge“ während die reich geschmückte Patronatsloge der Familie Kronbiegel aus dem Jahre 1724 ihren Platz mitten auf der 1. Westempore hat.

Die gemauerte Mensa in der Klosterkirche wird durch einen spätgotischen Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert vervollständigt. Im Mittelschrein steht die geschnitzte Holzfigur der „hl. Anna Selbdritt“ im Mittelpunk, flankiert von 2 unbekannten Heiligen (möglicherweise „Jacobus d. Ä.“, hl. Augustinus“). Der linke Flügel zeigt die Heiligen „Georg“ und „Martin“ und der rechte Flügel „Stephanus“ und „Margaretha“. Auf den Flügelrückseiten befinden sich, nach der Altarreinigung 2016 wieder erkennbare, Gemälde von der „hl. Margaretha“ und „hl. Anna Selbdritt“. Die Predella zeigt ein Abendmahlsgemälde. Darüber sind die Kreuzigung und die Auferstehung Christi zu sehen. 

Im 17. Jahrhundert wurde die defekte, steinerne Taufe durch einen hölzernen „Taufstein“ mit einer Zinntaufschale ersetzt; die 1. Taufe fand am 5. November 1666 statt.

Im Altarraum der Klosterkirche befinden sich 2 evangelische Beichtstühle, die 1706 und 1707 gestiftet wurden. Ursprünglich war einer davon eine Loge, gestiftet von Susan Marta Kramer. Daneben wurde das Epitaph für den Pfarrer David König angebracht, der hier beerdigt wurde.

1934 wurde die vorhandene Holz-Kassettendecke mit Stoff bespannt; 2011 war diese, durch jahrzehntelang eindringende Feuchtigkeit, so unansehnlich geworden, dass sie durch Unterbau neuer, mit dem alten Mustern bemalter Holzplatten ersetzt wurde.

Am 15. August 1201 gründete Gräfin Hedwig, Witwe des Grafen Friedrich I. von Brehna, das Augustinerinnenchorfrauenstift "St. Clemens". Hedwig war die Tochter des Herzogs Diepold l. von Böhmen - Jamnitz. Sie verstarb am 19.2.1211 und ihre Grabstätte befand sich hier in ihrer Klosterkirche in Brehna. Ihr Gatte Friedrich I. starb bereits am 4.1.1182. Seine Grabstätte ist im Kloster Petersberg bei Halle / Saale. Er war der jüngste Sohn des Markgrafen „Konrad des Großen von Meißen“ und der Luitgard von Ravenstein, welcher das sächsische Fürstengeschlecht der „Wettiner“ begründete.

Heute sind vom Kloster selbst keine Gebäude mehr erhalten; jedoch sind auf der Südseite mehrere Türdurchbrüche sichtbar, die den Nonnen ehedem als Zugang zur Klosterkirche dienten. So war in der Südwand des Altarraumes ursprünglich ein Holzgitter, das den Kirchenraum vom Kloster trennte und hinter dem die Nonnen am Gottesdienst teilnehmen konnten.

1934 entstand hier auf dünnem Putz ein Gemälde, das die „Bergpredigt“ darstellt. Leider ließ sich der Leipziger Maler Arthur Manger dabei zu sehr vom damaligen Zeitgeist beeinflussen und stellt die Figuren mit fragwürdigen militärischen Attributen dar. Diese Darstellung wiederspricht der Grundaussage der Bergpredigt aufs Gröbste und wird von der heutigen Gemeinde in keiner Weise geteilt.

Auf der 2. Empore steht die Orgel des bekannten Orgelbaumeisters Friedrich Wilhelm Wäldner aus Halle von 1835. Sie ist die Einzige noch weitgehend original erhaltene Wäldner-Orgel, welche in mühevoller Arbeit durch die Firma „ Herrmann Eule“, dank großzügiger Unterstützung durch Herrn Wilfried Wilhelm Anclam, 2015 restauriert werden konnte.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhundert konnten die bisher ungenutzten Räume der Damenstiftskirche im Ost Chor zur Winterkirche und zum Konfirmandenraum, dem „Katharinum“ umgebaut werden. Dabei wurde der von 1508 stammende Hostienschrein wieder zugänglich.

In der Adventszeit 1998 bekam die Glocke beim Läuten einen Riss; Spenden ermöglichten es, dass 1999 diese Glocke wieder repariert und an ihren Platz im Kirchturm eingesetzt werden konnte. Ihre Gefährtin war der „Materialbeschaffung“ im 2. Weltkrieg zum Opfer gefallen. Das gleiche geschah mit den Prospektpfeifen der Orgel bereits 1917.

Quellen: Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler www. manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter/wettiner

Fotogalerie Kirche Brehna:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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